Jacqueline Mynarek

Jesus half mir NIE aufzugeben....

Eigentlich komme ich aus einem christlichen Elternhaus und habe nie angezweifelt, dass es Gott gibt. Mein Leben war alles andere als einfach. Meine Kindheit war von Geburt an stark geprägt durch zahlreiche Krankenhausaufenthalte. Ich kam mit einer Gaumenspalte zur Welt und hatte in dem Zusammenhang stark mit Folgeerkrankungen zu kämpfen, wodurch ich nahezu jedes Jahr operiert werden musste. Ich konnte früher einfach nie verstehen, warum es nur mir so erging und alle anderen Menschen in meinem Umfeld teilweise noch nie in ihrem Leben eine Operation hatten.

Mit 17 Jahren hatte ich dann die für mich einschneidenste Operation (meine 15. OP!). Meine  Wirbelsäule wurde immer schiefer. Ich hatte die Wahl, entweder möglicherweise zukünftig im Rollstuhl zu landen oder mich einer sehr aufwändigen Operation zu unterziehen, in der meine Wirbelsäule begradigt werden sollte. Ich hatte keine Wahl und so wurden mir in einer 9-Stündigen Operation zahlreiche Bandscheiben entfernt, Rippen entnommen und meine Wirbelsäule wurde von oben bis unten auseinander genommen und wieder gerade zusammengeschraubt. Heute halten mich 2 Stangen, 28 Schrauben und 9 Platten aufrecht. Die Zeit nach der Operation war für mich sehr schwer. Die Schmerzen nach der Operation waren unvorstellbar groß und hielten monatelang an. Es dauerte ein Jahr, bis es mir wieder einigermaßen gut ging. In dieser Zeit brauchte ich extrem viel Geduld und Kraft und habe immer wieder gebetet, dass endlich alles vorüber geht.

 

Ich habe allgemein sehr weltlich gelebt. So fing ich nach meiner Operation durch Zufall an zu modeln. Es hat mir viel Freude gemacht, und mir ein bisschen von meinem Selbstvertrauen zurückgegeben, welches ich die Jahre zuvor in meiner Jugend durch meinen schiefen Rücken extrem verloren habe. Ich konnte ihn schließlich nie wirklich verbergen und musste mir einiges Unschönes anhören und litt einfach als Teenager extrem unter diesen Umständen. Neben zahlreichen Fotoshootings und Modenschauen nahm ich auch an Miss-Wahlen teil und war unter anderem aufgrund meiner französischen Staatsangehörigkeit „Miss Queen of France“. Ich durfte am Weltfinale teilnehmen und erlebte eine sehr krasse Zeit. Ich war in einer Welt, in der es zum Großteil nur Reiche, Oberflächlichkeiten, Schönheit, Ruhm und Drogen gab. Es waren sehr spannende Jahre, in denen ich einige Prominente Menschen kennenlernte und TV- sowie Presseauftritte hatte. Doch trotzdem waren der Glamour und die Oberflächlichkeit dieses Business nicht ganz meine Welt.

 

Mit 19 Jahren lernte ich meinen Ehemann kennen. Als ich 20 Jahre alt war, heirateten wir und ich bekam eine Tochter. Meine Tochter kam leider nicht gesund zur Welt. Sie hatte eine Gastroschisis. Dabei handelt es sich um einen offenen Bauch, wo sich jedoch ein Teil der inneren Organe auf Grund eines Spalts im Bauch außerhalb ihres Körpers befanden. Die Schwangerschaft war nicht einfach. Von Woche zu Woche hoffte ich, dass sie in meinem Bauch überlebte. Ich betete sehr viel in dieser Zeit. Sie musste Ende des siebten Monats einige Wochen früher zur Welt geholt werden, weil sie in meinem Bauch nicht länger lebensfähig war. Doch was wir damals trotz zahlreicher Zusatz-Ultraschalluntersuchungen nicht wussten war, dass unsere Tochter neben dem offenen Bauch auch keine Hände hat und ihr ein Bein fehlt. Ein unvorstellbar großer Schock für uns! Unsere Tochter musste am Tag ihrer Geburt direkt operiert werden und lag sehr lange auf der Intensivstation. Dort kämpfte sie viele Wochen um ihr Überleben und leider sah es sehr schlecht um sie aus. Es kam der Tag, an dem die Ärzte uns sagten, dass sie nichts mehr für sie tun können und wir uns womöglich bald von ihr verabschieden müssen. Ich glaube ich habe noch nie so viel in meinem Leben geweint wie in dieser Zeit. Ich wusste, dass viele Menschen in dieser schlimmen Zeit für meine Tochter beteten. Und durch ein Wunder hat sie überlebt. Die Ärzte konnten es sich damals selbst nicht ganz erklären und sprachen ebenso davon, dass es ein Wunder war.

Die folgenden Jahre mit unserer Tochter waren nicht immer einfach. Auch sie musste noch einige Male operiert werden und ich betete auch in diesen Zeiten sehr viel und es gab immer wieder Erlebnisse, wo ich wusste, dass Gott mich geführt hat. Ich habe damals an Gott geglaubt, aber immer nur gebetet, wenn es mir schlecht ging. Ich wusste nicht, dass ich eine Beziehung zu ihm brauche. Das kam erst nachdem meine Ehe mit meinem Mann in die Brüche gegangen ist. Eigentlich führten wir keine schlechte Ehe. Es mangelte uns an nichts.Wir hatten genug Geld, konnten immer shoppen gehen, hatten schöne Autos, ein Traumhaus, wir machten teure Urlaube überall auf der Welt und doch war ich im Herzen immer einsam und sehnte mich nach einer tiefen, bedingungslosen Liebe. Mein Mann war ein toller Mensch, der alles für uns getan hat. Dennoch waren wir verschieden und konnten uns gegenseitig nicht glücklich machen. Ich fing wieder an zu Modeln, weil ich ausbrechen wollte und dachte, dass mich das glücklich machen würde. Es lief wirklich gut. Jede Woche war ich unterwegs, weil ich ein Fotoshooting hatte. In ganz Deutschland, England und sogar mal in New York. Ich verdiente gut damit und war froh, als Mama auch mal Zeit für mich zu haben und raus zukommen. Aber glücklich hat es mich auch nicht gemacht. Ich sehnte mich immer noch nach einer tiefen Liebe. So kam es, dass ich den größten Fehler gemacht habe und meinen Mann betrogen habe. Das hat mein Leben nur noch unglücklicher gemacht und ich wusste, ich muss etwas tun. Immer wieder habe ich an mir selbst gezweifelt und gedacht „Jacqueline, du hast doch alles, wovon andere träumen und doch bist du unglücklich“. Dieses Leben, in dem so viel Leistungsdruck herrscht und man nur funktionieren muss hat mich sehr viel zum Nachdenken gebracht. Das kann doch nicht alles sein im Leben. Ich musste mein Leben ändern. Doch das war alles andere als leicht.

 

Die Trennung von meinem Ehemann war sehr schwer. Ich war am Ende und war auf der Suche nach der Wahrheit im Leben.  Ich habe immer an Gott geglaubt und nie angezweifelt, dass es ihn nicht gibt. Jedoch war ich irgendwann in der Jugend auch sehr genervt davon. Denn zum einen wurde mir in meinem Elternhaus zu viel davon erzählt und zum anderen war ich auf einer katholischen Privatschule, wo mich die Gottesdienste meistens auch nicht ansprachen. Ich habe immer gebetet, wenn es mir schlecht ging. Aber nie, wenn es mir gut ging. Ich wusste einfach überhaupt nicht, dass ich eine Beziehung zu Gott brauche. Die oberste Priorität nach meiner Trennung war Gott. All die Jahre habe ich es immer aufgeschoben, die Bibel zu lesen, weil ich durch den Alltag so eingespannt war. Jetzt nahm ich mir die Zeit dafür. Nach meiner Trennung habe ich einen sehr guten Freund kennengelernt. Sein Name ist Josef und er hat mir geholfen, wieder neuen Mut zu finden, indem er mir von Gott erzählt hat. In dieser schweren Zeit habe ich erfahren, wie Gott einem neue Kraft schenkt. Mein Vater und Josef haben mir klar gemacht, dass sich mein Leben wieder zum Guten wenden kann. In einem Gebet habe ich all meine Fehler der Vergangenheit vor Gott bekannt und ihn um Vergebung gebeten. Auch habe ich ihn gebeten, dass er von nun an fest in meinem Leben sein soll und mich auf den richtigen Weg führen soll. Wenn Gott einen Plan für mich hat, dann sollte er ihn mir bitte zeigen. Von da an habe ich innerlich eine totale Befreiung der Vergangenheit gespürt. Ich weiß, dass ich vieles falsch gemacht habe aber es belastet mich nicht mehr. Denn Gott hat mir vergeben. Seit meiner Bekehrung hätte ich am liebsten jeden Moment genutzt, um in der Bibel zu lesen oder eine Predigt anzuhören. Ich wollte einfach alles wissen und habe durch die Nähe zu Gott viel Ermutigung erfahren. Nach und nach habe ich gespürt, wie sich mein Inneres verändert hat. Ich bin noch viel emotionaler als ich ohnehin schon war geworden. Und habe mehr und mehr erkannt, was richtig ist und was nicht. Gott hat mein Herz verändert. Ich bin ein neuer Mensch geworden.  Seit ich Gott in mein Leben gelassen habe, habe ich einen Frieden in mir, eine Gelassenheit und Lebensfreude, welche unbeschreiblich sind. Ich bin innerlich wirklich ein neuer Mensch geworden und weiß, dass ich mich vor nichts mehr fürchten muss, weil Gott alles unter Kontrolle hat. Er führt einen auf den richtigen Weg und es ist einfach so gut, zu wissen, dass da jemand ist, der immer da ist.

Heute befinde ich mich mitten in der Scheidung. Es ist nach wie vor oft nicht einfach, weder finanziell noch emotional. Aber Gott wird mich nicht fallen lassen und mir bei allem beistehen. Das habe ich in der Vergangenheit immer wieder erlebt. Man muss es nur wollen und ihn darum bitten. Nun möchte ich meine Erlebnisse mit anderen teilen, sie ermutigen, ihnen von Gott erzählen, damit sie auch zu ihm finden und seinen Frieden und seine Liebe in ihren Herzen spüren können.

 

 


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