Bella Darling

Von der Dunkelheit ins Licht.....

Meine Mutter hat meinen Erzeuger 1990 geheiratet. Er war für sie die große Liebe, für ihn war es wohl nur ein Vorwand, damit er nicht abgeschoben werden konnte. Kaum war er zu Hause, hatte er schon große finanzielle Probleme in der Familie verursacht. Wir durften kein Weihnachtsfest feiern, weil „meine Oma im Krieg auch kein Weihnachten feiern durfte“, das war sein Argument. Wir haben in Berlin gelebt. 1994 trennte sich meine Mutter endgültig von ihm und reichte die Scheidung ein. Meine Mutter brachte mir bei, dass es Gott gibt und betete mit mir. Ich war auch im Kindergottesdienst, aber ich habe nicht verstanden, was für eine Bedeutung, Bereicherung, Wichtigkeit, Wahrheit, Freiheit und  Liebe in Jesus Christus ist.

In dieser Zeit lernte meine Mutter meinen ersten Stiefvater kennen, der meiner Mutter half die Stromschulden zu bezahlen (wir haben paar Jahre ohne Strom gelebt). In der Zeit waren wir viel bei der Verwandtschaft.

.Schließlich bekam meine Mutter ein Kind von ihm und sie heirateten im Jahr 2000. Ab da begann für mich der Alptraum. Er ist ein Alkoholiker. Nur sonntags war er meist nüchtern und sah sein Formel 1-Rennen im Fernsehen. Unter der Woche habe ich oft Gewalt von ihm erfahren. Er hat mich an den Haaren über dem Steg im Freibad gezogen, da war ich 11 oder 12 Jahre alt, und das vor den Augen meiner Schulkameraden. Diese hatten ihn danach vom Fahrrad getreten und den Vorfall nächsten Tag in der Schule meinem Lehrer gemeldet. Dieser fragte mich daraufhin, ob er denn das Jugendamt einschalten soll ? – aber ich verneinte es.  Aus Angst meine Mutter zu verlieren. Er hat versucht mich zu vergewaltigen bzw. wollte mich entjungfern, er kam oft abends zu mir ans Bett oder kuschelte sich zu mir und rieb seinen Körper an meinen. Er „schwärmte“, wie großartig ich im Garten im Badeanzug aussah, damals war ich 12. Er war 45 Jahre alt. Als ich ihn bat, damit aufzuhören und ihm androhte, dass ich sonst das ganze Haus zusammen schreien würde, hörte er auf.

Kurz darauf wollte er das Haus abbrennen und holte ein riesiges Messer hinter der Couch hervor, um mich damit einzuschüchtern. Weihnachten 2003 hat er mir eine singende Weihnachtsmann-Figur ins Gesicht geworfen, einfach so. Ich hatte eine sehr große Schramme unter meinem linken Auge. Kurze Zeit später hat er versucht mich und meine Mutter aus dem offenen Fenster zu schubsen.

In dieser Zeit fing ich an mich zu ritzen, Drogen zu nehmen, Alkohol zu trinken und mich für Jungs zu interessieren. Die Schule habe ich oft nur von außen gesehen, mir war die “ Freiheit“ wichtiger. Ich wollte lieber vormittags mit meinen „Freunden“ abhängen, Alkohol trinken und Drogen nehmen. Ich fing an von zu Hause wegzulaufen und mir Liebe und Geborgenheit bei anderen Menschen zu suchen. Leider vergeblich.

Ich lief vier Jahre regelmäßig von zu Hause davon und die Polizei hat mich oft gesucht. Meine Mutter wurde abermals geschieden und heiratete erneut. Meine Stiefväter haben mir oft vermittelt, dass ich nichts bin, sie haben mich geschlagen, gewürgt und befahlen mir, dass ich sie „Vater“ nennen sollte. Dann sind meine Mutter und ich Jahre später ins Frauenhaus geflüchtet. Da dachte ich: „jetzt beginnt ein Neuanfang.“

Bevor wir geflohen sind war die Polizei dreimal in einer Nacht bei uns. Es war der Totensonntag 2012. Meine Mutter ging ein paar Wochen später, mit meinen Geschwistern, zu ihrem letzten Mann zurück. Ich blieb allein zurück im Frauenhaus. Ich hatte keinen Schulabschluss, so sah ich mich nach vielen Hilfsjobs um. Mich reizte dann das Rotlicht-Gewerbe. Das viele Geld, der Ruhm, die Anerkennung. Ich rutschte immer weiter ab, am Ende saß ich halbnackt vor einer Internetkamera, als Web-Camgirl.
Diese Auftritte machte ich nur noch betrunken. Es ging ein paar Monate gut, aber dann wollte ich eine andere Bestätigung. Eine Bestätigung, dass ich doch was bin, dass man mich liebt und ich nicht hässlich bin.

Mir wurde ein Angebot gemacht, dass ich auf Mallorca als Web-Camgirl arbeiten kann. Große Träume wurden mir vorgespielt. Mein Chef begleitete mich nach Mallorca, aber er wollte von mir auch eine Gegenleistung sehen, für das war er mir ermöglicht. Als ich dann anfing mich zu weigern, kam es zum großen Streit. Ich sah ihm in die Augen und dachte mir: „Dieser ganze Spuk wird bald vorbei sein, denn ich habe jetzt Jesus in mein Leben aufgenommen.“ Er ist dann abgereist.

Das war im Juli 2013. Ich blieb noch eine Woche auf der Insel Mallorca. In dieser einen Woche saß ich jeden Tag am Meer und betete. Ich bin über einen Facebook Freund auf Jesus aufmerksam geworden.  Ich suchte verzweifelt und am Boden zerstört nach einem festen Halt in meinem Leben. Mein FB Freund war der einzige von meinen damaligen ca. 1100 Facebook Freunden, der nur von Jesus gepostet hat. Dass war für mich das Licht in dieser dunklen Welt.
Da fiel mir wie ein Blitz ein Bibelvers ein:
Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ Joh 14,6 

2017 wurde ich von diesem FB Freund getauft, durch den ich zum Glauben kam. Er wusste nur die Jahre nicht, dass ich durch ihm zum Glauben gekommen bin. So war die Freude groß, und ich bin dann nach Berlin gereist um mich von ihm taufen zu lassen. Bis dahin war es ein sehr steiler Weg, von der Bekehrung bis zur Taufe, aber es kamen riesige Veränderungen in meinem Leben!

Drei Monate nach meiner Bekehrung, hörte ich von heute auf morgen mit den Drogen auf. In dieser Zeit war ich wohnungslos, sodass ich mir einen Kellner Job in der Schweiz suchte. Als ich plötzlich gekündigt wurde, bin ich wieder abgereist nach Deutschland und habe paar Tage in einem Hostel übernachtet, bis mir das Geld ausging. Zu meiner Mutter konnte und wollte ich nicht zurück, wegen meines Stiefvaters. Dann stand ich zwischen der Wahl: Obdachlosenheim oder Bordell. Und obwohl ich Jesus in mein Leben eingeladen hatte, entschied mich für das Bordell. In dieser Zeit dachte ich öfters über meinen Glauben nach. Ich wollte doch gar nicht hier sein.

Naja, ich habe dann dort einen Mann kennengelernt, mit dem ich mich super verstanden hatte. Wir haben paar Drinks getrunken und waren zweimal im Bett miteinander, kurz darauf erfuhr ich das ich schwanger war. Das war ein gewaltiger Schock für mich. Ich habe über eine Abtreibung nachgedacht und zeitgleich Bibelverse gelesen, bis mir immer bewusster wurde, dass Abtreibung Sünde ist und dass Kinder ein Geschenk von Gott sind. Plötzlich hatte meine Mutter Interesse an mir und nahm mich auf. Zwei Wochen später kam mein Stiefvater ins Gefängnis, weil er nach einer Schlägerei ins Krankenhaus kam und von dort nahm man ihn direkt mit ins Gefängnis. In der Nacht zum 07.03.2014 hat Gott zu mir gesprochen im Traum: “Höre nicht auf das was die Männer sagen, es gibt viele andere bessere Jobs.“

Ich bekomme es nicht mehr wortwörtlich hin, aber ich weiß, dass Gott damit gemeint hat: ich darf mich nicht mehr prostituieren, um darin meine Bestätigung zu suchen.

Der Erzeuger meiner Tochter hat uns zur Geburt den Tod gewünscht. Ich wusste fast ein Jahr lang nicht, wie ich damit umgehen sollte, weil ich so etwas bösartiges nicht kenne. Mein Kind war ca. 4 Monate alt, da kaufte ich mir die Bibel und habe darin meine Antworten bekommen und die Lösung gefunden, wie ich mit ihm umgehen kann:

“Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.“ 44 Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, 45 auf dass ihr Kinder seid eures Vater im Himmel; denn er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“

Es hat mich so sehr befreit! Ich fing dann an meine Schulabschlüsse nachzuholen und ich hatte aufgehört zu Rauchen, ich verfalle nicht so schnell in Angst, denn ich habe Gottvertrauen, und bald fange ich meine Ausbildung zur Physiotherapeutin an. Ich habe mich bewusst für diesen Beruf entschieden, weil Jesus mein Vorbild ist und ich ihm somit dienen möchte. Ich möchte Menschen helfen.

Ich bin ohne Vater aber mit zwei gewalttätigen Stiefvätern aufgewachsen, der Weg verlief in absoluter Dunkelheit und Kälte. Jesus Christus hat mich gerettet, durch IHN weiß ich was Liebe, Licht und Vergebung ist. Ich bin Gott so dankbar, dass er keinen von uns aufgibt. Es liegt nur an uns, ob wir ihn annehmen oder abweisen. Der Herr ist gut, zu jeder Zeit! Ich könnte noch so viel schreiben, wie Gott Gebete erhört, wenn wir aufrichtig und ehrlich im Gebet zu ihm sind. Selbst heute noch habe ich finanzielle Probleme, weil auch der Erzeuger meiner Tochter keinen Unterhalt zahlt, aber statt mich zu sorgen, vertraue ich Gott meine Sorgen an. Wir sind gut versorgt, weil wir mit allem zu Gott gehen können. Ob Vater oder Mutter mich verlassen, so weiß ich zu 100% der Herr ist jede Sekunde bei mir und hat seine Hand überall und über jedes Geschehen.

Wir sorgen uns unnötig, widmen wir unser Leben ganz Gott und JESUS. Meine Social Media Accounts nutze ich gerne, um von Gottes Gnade und Liebe zu berichten und aufmerksam zu machen, es ist so wichtig das die Menschheit erkennt, dass wir einen liebenden und gerechten Schöpfer haben und nur Jesus uns vor der ewigen Verdammnis retten kann. Meine Familie weiß, dass ich Jesus nachfolge und meine Mutter hat sich ebenso vor zwei Jahren von mir taufen lassen, nachdem auch ihr Jesus begegnete.

Wir müssen ein Licht in dieser dunklen Welt sein, um den Menschen sagen zu können:

“ Egal was auch passiert ist und passieren wird, Gott liebt dich. Kehre heim!“


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