Jeremy Hammond

Frei von Pornografie

Ich kann mich noch gut an diesen Moment erinnern: ich saß in meinem Firmenwagen, den ich auf einem Autobahnrastplatz geparkt hatte. Wie durch einen Nebel hingen noch die Bilder vor meinen Augen, die ich mir gerade noch auf dem Handy angesehen hatte. Und mir wurde schlagartig bewusst: wenn ich nicht sofort die Notbremse ziehe, kann ich alles verlieren: meine Familie, meinen Job, meine Würde – einfach alles.
Zu diesem Zeitpunkt war ich schon fast 20 Jahre abhängig von Pornografie. In den letzten Jahren wurde es immer schlimmer; ich konsumierte Pornos und dementsprechende Bilder fast ständig. Und ich habe mir immer gesagt, dass ich es ja unter Kontrolle habe und dass es eigentlich nicht so schlimm sei – bis zu jenem Tag auf dem Autobahnrastplatz, wo ich mit einem Mal kapierte: ich kontrolliere hier gar nichts mehr –  ich werde kontrolliert.
Obwohl ich behütet in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen bin, zog mich die Macht der Bilder schnell in den Bann. Anfangs habe ich noch mit meinem Freund im Altpapier nach Dessous-Werbung oder ähnlichem gesucht. Als das Zeitalter des Internets anbrach, stand nur ein Mausklick zwischen mir und der schnellen Erfüllung meiner Lust.
Ich heiratete mit Mitte 20 und dachte, endlich frei zu sein von meinem Drang Pornografie konsumieren zu müssen, denn nun konnte ich ja Sex haben! Doch obwohl ich meine Frau sehr liebte, zog es mich weiterhin zu Pornos hin – es wurde immer schlimmer.
Als Christ habe ich immer wieder gebetet, dass Gott mich doch endlich befreien soll! Ich konnte nicht verstehen, warum er nicht eingriff. Hatte er vielleicht kein Problem mit meiner geheimen Beschäftigung? Oder hatte er mich schon längst aufgegeben?
Nachdem mir an jenem Tag auf dem Rastplatz die Augen aufgegangen sind und ich so klar erkennen konnte, in welchem Schlamassel ich mich befand, begann ich einen Online-kurs, der Männern dabei half aus dem Sumpf der Pornografie auszusteigen. Ein eineinhalb Jahre langer Kampf begann, aber am Ende war ich frei! Frei von Pornografie. Ich kann es manchmal selbst nicht fassen – aber Jesus hat mich frei gemacht.

Seitdem habe ich eine Leidenschaft dafür anderen Männern zu zeigen, dass es das gibt: vollkommene Freiheit! Zusammen mit meiner Frau und anderen Männern, die ähnliches erlebt haben, habe ich 2016 free!ndeed gegründet. Wir bieten Online Kurse für Männer an, die – genau wie ich – eine große Sehnsucht nach Freiheit haben, aber nicht wissen, wie sie dahin kommen können. Die vielen positiven Rückmeldungen, die uns erreichen, bestätigen meine Erfahrung: ‚Wen der Sohn Gottes frei macht, der ist wirklich frei.‘ (Joh. 8, 36).


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