Inka Hammond

Tochter Gottes erhebe dich - Vom Schmerz zum Sieg. Vom Sieg zum Segen

Im Sommer 1993 entschied ich mich für ein Leben mit Jesus. Ich war 11 Jahre alt und auf einer Kinderfreizeit und habe ganz deutlich gespürt, dass da jemand ist, der mich liebt und dem ich vertrauen kann. Mein erstes Gebet damals war: ‚Danke, dass du mir meine Schuld vergibst.‘ Ich hatte also ein ganz klares Verständnis davon, dass ich einen Erlöser brauchte, dass ich Schuld hatte und dass Jesus die Antwort darauf war.
Die darauffolgenden Teenagerjahre waren rebellisch und wild. Ich hatte viele Beziehungen und weil ich mich so sehr nach einem männlichen Gegenüber sehnte, habe ich viele Grenzen überschritten und bin mit Männern ins Bett, die ich überhaupt nicht geliebt habe. Ich dachte, so bekomme ich Liebe und Anerkennung. In dieser Zeit habe ich Jesus nicht vergessen, aber so ganze Sache wollte oder konnte ich dann doch nicht machen.
Mit 17 Jahren begann ich eine Ausbildung und war in einer ernsten Beziehung mit einem Mann, der fast 10 Jahre älter war, als ich. Wir redeten schon übers heiraten und schauten uns eine Wohnung an, wo wir leben wollten  – als ich plötzlich Panik bekam. Das sollte mein Leben sein? Sollte ich tatsächlich mit 17 schon wissen, wie das die nächsten 40, 50 Jahre aussehen werden? Ich hatte eine Abenteuerlust in mir, einen Hunger nach mehr vom Leben und ich entschied mich auszusteigen. Ich beendete die Beziehung, brach meine Ausbildung ab und ging auf eine Bibelschule.
Dort begegnete mir Jesus ähnlich intensiv wie damals auf der Kinderfreizeit. Ich begann zu verstehen, wie mein Leben als Christ eigentlich aussehen sollte. Jesus soll nicht irgendwo am Rand stehen, sondern das Zentrum sein. Nach der Bibelschule bewarb ich mich an einem Bible College in den USA. Die Kosten waren enorm, aber durch ein Wunder wurde ich angenommen und konnte dort für zwei Semester mein theologisches Wissen vertiefen. Ich hatte das Gefühl endlich angekommen zu sein.
In den USA lernte ich dann auch meinen späteren Ehemann kennen. Wir wollten eine Jugendarbeit in Wien aufbauen und ich war mir sicher, dass ich bestens auf alles vorbereitet war.
Doch es kam anders. Eine Essstörung, die mich schon länger begleitete, geriet aus den Fugen und kontrollierte mich bald. Ich entwickelte mehr und mehr Angststörungen und hatte in unserem ersten Ehejahr einen Nervenzusammenbruch. Ich fand mich auf der geschlossenen Station einer Nervenklinik wieder und konnte nicht fassen, wie schnell mein Leben eine ganz andere Richtung genommen hatte.
Es folgten 10 Jahre voller Fragezeichen. Ich konnte nicht verstehen, warum Gott mich und meinen Ehemann so ausbremste. Ich fühlte mich wie auf einem Abstellgleis, übersehen und nicht gewollt. In dieser Zeit bekamen wir vier wunderbare Kinder. Wir versuchten als Ehepaar die Sehnsucht nach mehr vom Leben weit weg zu schieben, aber sie meldete sich immer wieder. In dieser Zeit arbeitete Gott sehr tief in unseren Herzen. Mein Mann wurde frei von einer 20 Jahre andauernden Abhängigkeit zu Pornografie, ich konnte mir meine Probleme und Abhängigkeiten anschauen. Es war schmerzhaft, aber heilsam.
Gott führt mein Leben behutsam Schritt für Schritt. Vieles lief bis jetzt nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. Es gab Umwege, Einbahnstraßen und unwegsames Gelände. Ich habe gelernt, dass ich Jesus in jeder Lebenssituation mein volles Vertrauen schenken kann. Auch wenn es weh tut, ist er doch der wunderbare Hirte, der mich liebevoll und sanft führt.
Heute staune ich, wie Gott das Schwere in meinem Leben mehr und mehr in Segen verwandelt. Darüber schreibe ich auch in meinem Buch ‚Tochter Gottes, erhebe dich‘. Mein Mann und haben gemeinsam mit anderen die Organisation ‚Free Indeed‘ (free-indeed.de) gegründet und sind so dankbar, dass wir unsere Leidenschaft leben können: Menschen zu zeigen, was wirklich möglich ist, wenn wir nur Gott unser Ja schenken und auch in den dunklen Tälern an ihm festhalten!


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