Ines Wensing

Gottes Führung in meinem Leben

Meine Kindheit

Geboren bin ich als erstes und einziges Kind 1962 in Gelsenkirchen. Ich wuchs in einer nichtchristlichen Familie auf. Mein Vater war Buchhalter und arbeitete immer, entweder im Büro oder abends und auch sonntags zu Hause. Wenn er dann allerdings das Stromkabel seiner Rechenmaschine vergessen hatte, sagte er:“ Komm, heute machen wir mal was ganz besonderes!“ Dann gingen wir Schwimmen, Reiten oder Fahrrad fahren. Einmal sind wir auch in die Kirche gegangen. Dorthin gingen wir sonst nur, zu Weihnachten.

Ich wuchs mit viel Aberglauben und Angst auf, die meine Mutter aus Kriegszeiten nicht bewältigt hatte und an mich weiterleitete. Das war sehr prägend für mich.

Ich dachte so sei Gott

Am Wochenende war ich oft bei meinen Großeltern väterlicherseits und meine Oma Frieda betete immer abends mit mir. Dort lernte ich das „Vater unser“ und so dachte ich, wenn ich die Gebete nur oft genug aufsagte, wird es schon was werden…. Ich dachte auch, wenn ich mit gefalteten Händen einschliefe (auf dem Bauch, recht unbequem), so würde das Gott gütlich stimmen.

Ich hatte die eine oder andere Männerbekanntschaft, wobei ich immer fest davon überzeugt war, ich würde den gerade Aktuellen mal heiraten, und dann wäre doch alles wieder in Ordnung, denn tief in mir drinnen wusste ich schon, dass das vor Gott nicht richtig war. Desto flügger ich wurde, desto weniger betete ich oder schlief mit gefalteten Händen ein. Der kleine Samen in mir schien zu zerbröseln….

Meine eigene Familie

Dann habe ich Stephan kennen gelernt und 1988 geheiratet. Auf unserer Hochzeit gab es Gewitter und schwefelgelben Himmel und ich dachte, das wäre ein Ausdruck des Zorns Gottes. Mit anderen Worten, ich hatte Angst vor einem Gott, der straft und mich das alles so erleben lässt, weil ich so böse war.

Nach kurzer Zeit wünschten wir uns Kinder, aber es klappte nicht. Wir konnten keine Kinder bekommen!

Natürlich habe ich mich damit nicht zufriedengegeben und Gott bestürmt! Mit viel ärztlicher Hilfe klappte es dann doch und ich wurde schwanger. Im März 1990 kam unsere erste Tochter zur Welt und ich hielt es für das Natürlichste von der Welt und mein Dank blieb aus!!

10 Monate später sind wir wieder zu den Ärzten gefahren, aber ich wurde nicht schwanger. Schließlich gaben wir resigniert auf. Doch dann passierte plötzlich ein Wunder: ich wurde doch schwanger, einfach so.

Die Freude war groß!! Im April 1993 kam unsere zweite Tochter zur Welt! Und sie schrie alle halbe Stunde, und schrie und schrie und schrie…

Als sie ein halbes Jahr alt war, hatte sie massive Schlafstörungen. Die dauerten ein halbes Jahr an! Sie schrie jede Nacht 2-4 Stunden am Stück. In der restlichen Zeit schlief sie immer nur 1 Stunde, dann wieder schreien. Ich rannte von einem Arzt zum anderen, zu Heilpraktikern, zu allen, die mir Hilfe versprachen. Nichts half! Wir ließen sie schreien, wir schleppten sie rum, wir stellten das Kinderbettchen ins Schlafzimmer, wir nahmen sie mit in unser Bett, sie bekam Beruhigungstropfen, ich schnallte sie im Schlafsack in ihrem Bettchen an usw. Ich glaube wir haben nichts unversucht gelassen!!

Kann Gott helfen?

Zu der Zeit wohnten wir in einem Reihenmittelhaus, welches wir eigentlich nur durch einen Fehler der Bank bekommen hatten und unsere direkten Nachbarn waren entschiedene Christen.

Eines Morgens stand ich weinend und völlig fertig am Gartenzaun und erzählte meinem Nachbarn meine Misere. Stephan war mit unserer Großen unterwegs und die Kleine schlief ausnahmsweise!!

Da sagte dieser zu mir:“ Hast du Gott das alles einmal erzählt? Sag ihm doch, was du alles schon unternommen hast, und dass nichts wirklich geholfen hat. Frag ihn dann einfach, ob er dir helfen kann!“ Ich dachte nur: „Schaden kann es ja nicht!“ Und ich setzte mich im oberen Flur auf die Spindeltreppe und betete genau das. Mein Nachbar traf sich abends mit seinem Hauskreis und sie beteten auch dafür und die Kleine schlief die erste Nacht durch (!!) und dass nicht nur diese eine Nacht, nein jede weitere Nacht. Da wusste ich, das konnte hier kein Zufall sein!!!!

Mein neues Leben in Gott

Ich wollte mehr wissen. Ich bekam ein Buch von Werner Gitt:“ Fragen“ geschenkt, damit viele meiner Fragen schon mal beantwortet werden konnten. Am Ende stand ein Übergabegebet welches ich voller Inbrunst betete. Es folgte eine Nacht mit Gesprächen und Weinen mit einer guten christlichen Freundin, die ich über eine Babygruppe kennen lernen durfte. Ich fühlte mich auf Wolke sieben!! Aber ich bat Gott auch darum Menschen kennen lernen zu dürfen, die das lebten, was ich hier lernte. Ich wurde in einen Frauenbibelkreis aufgenommen und in den Hauskreis meiner Nachbarn und durfte unendlich viel über einen gütigen Jesus lernen!!! Durch das Lesen in der Bibel wurde mir die Erwachsenen-Taufe wichtig. Ich hatte das Gefühl, Gott wollte das von mir, so ließ ich mich 1996 taufen.

Wenn jetzt jeder glaubt, alles ginge nur noch glatt, der irrt aber.

Meine große Bewahrung

Eigentlich sollte der 27.06.2017 ein toller Tag sein, ich hatte nämlich einen Friseurtermin und da ich dort gerne hin gehe, freute ich mich darauf. Nur, morgens wachte ich schon mit Kopfschmerzen auf. Ich nahm etwas dagegen, aber es kam, wie schon vermutet; nach dem Gefummel auf meinem Kopf wurde das ganze nur noch schlimmer. So entschloss ich mich direkt danach zum Arzt zu gehen. Er renkte mich und ich schaffte den restlichen Tag so leidlich.

Nächsten Morgen wachte ich wieder mit Kopfschmerzen auf. Ich ging ins Bad, und plötzlich kribbelte meine ganze rechte Gesichtshälfte. Nicht doll, halt gerade so, dass ich es spüren konnte. Aber meine Mimik war nicht verändert und nach ca. 2 Minuten war es auch schon vorbei. Ich nahm wieder eine Tablette und erledigte meine morgendlichen Aufgaben. Um 10 Uhr fing ich an zu arbeiten. Aber die Kopfschmerzen wurden immer schlimmer, bis ich mich übergab, was den Druck im Kopf noch erhöhte. Ich wusste nicht mehr ein noch aus. Dann rief ich Stephan an und bat ihn nach Hause zu kommen. Mir ging es so elend, dass ich auf jeden Fall ins Krankenhaus wollte. So rief er einen Krankenwagen!

Als die Sanitäter kamen, wussten sie schnell, was Sache war und brachten mich sofort mit Blaulicht ins Krankenhaus nach Borken, wo mich eine sehr sehr nette Ärztin in Empfang nahm.

Ich spürte, der Herr war bei mir, das war wichtig!!  Und Stephan, er hat mich immer begleitet! Da das CT an dem Tag defekt war musste ich in das MRT. Dann kam das Ergebnis: Mir waren 2 Adern im Gehirn geplatzt, eine frontal links, da wo auch mein Schmerz saß, und eine im Stammhirn. Nach dieser Diagnose wurde ich von Borken mit Blaulicht nach Recklinghausen auf die Intensivstation verlegt.

Ich dämmerte so dahin, aber immer, wenn ich aufwachte war Stephan da, das tat mir sehr gut!! Er hatte sofort von unterwegs viele Freunde angerufen, die von nun an für mich beteten. Das tat unendlich gut!!! Nach fast einer Woche Intensivstation, 3 Tagen Stroke Unit und 1 Woche Normalstation durfte ich wieder nach Hause.

So richtig hatte ich gar nicht kapiert, was mit mir geschehen war. Erst in der Reha wurde mir so recht klar, wie sehr Gott mich bewahrt hatte. Mir waren 2 Adern im Kopf geplatzt und ich habe heute so gut wie keine Ausfälle, außer dass mir ab und an (besonders, wenn ich k.o. bin) ein paar Worte fehlen und ich nicht mehr so lange belastbar bin wie früher. Ich muss halt auf mich aufpassen und alles etwas ruhiger angehen lassen.

Danke, Herr Jesus!!!

SEIN großes Geschenk

Seit dem Jahr 2011 durften wir uns unseren großen Traum erfüllen und wohnen seither auf einer eigenen Ranch, mit 5 Pferden. In den folgenden Jahren fiel ich jedoch von mehreren Pferden wiederholt runter und wurde immer unsicherer, bis hin zur Angstreiterin. Gott holte mich überall heraus.

 


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