ProUganda – Prothesen für neues Leben

Karsten Schulz mit Kind aus Uganda
Karsten Schulz mit Kind aus Uganda

Als wir von diesem Projekt durch den Orthopädiemechaniker Karsten Schulz erfuhren, waren wir zunächst sprachlos, dass so ein Mangel an Orthopädiewerkstätten in Uganda gibt. Hier ein paar Details wie diese großartige Initiative entstand: 

Karsten Schulz, Orthopädiemechaniker und Fachlehrer für Orthopädietechnik in Usingen/ Hessen, wurde 2012 durch Freunde auf die katastrophale Situation von körperbehinderten Menschen in Uganda aufmerksam gemacht. Durch einen anhaltenden Bürgerkrieg und diverse landestypische Krankheiten blieb dort die Versorgung von Prothesen und Orthesen über Jahrzehnte weit hinter dem Bedarf zurück. Der Initiator überzeugte sich daraufhin selbst durch zahlreiche Besuche in verschiedenen Kliniken in mehreren Städten Ugandas von der Not der dort lebenden körperbehinderten Menschen und entschied sich zu helfen.

Im Februar 2013 gründete er mit einigen Freunden den Verein PRO Uganda – Prothesen für neues Leben e. V. Die Vereinsmitglieder gehören unterschiedlichen Berufsgruppen an, wie zum Beispiel Krankenschwester, Orthopädiemechaniker, Kraftfahrer, Pastor, Polizeibeamter und andere.

In Uganda, einem Land mit ca. 35 Millionen Einwohnern, gibt es zurzeit nach Auskünften von Ärzten und Organisationen nur ca. 4 Orthopädiewerkstätten. Eine Studie aus dem Jahr 1998 spricht von ca. 10 Werkstätten und einem Bedarf von mindestens 14.000 Amputationen pro Jahr, verweist aber darauf, dass es keine verlässlichen Statistiken gibt. Aufgrund von Bürgerkriegen (Stichwort: Kindersoldaten), Krankheiten und  vielen Verkehrsunfallopfern ist der oben genannte Bedarf  als realistisch einzustufen.
Erstellen einer Gipsform

Des Weiteren gibt es kein staatliches Gesundheitssystem und die  zumeist mittellosen Behinderten könnten sich eine Prothese ohnehin nicht aus eigener Kraft leisten. Die Folge sind die Erwerbsunfähigkeit, soziale Ausgrenzung und Belastung der zugehörigen Familien.

Deshalb war die Planung und der Bau einer eigenen Prothesen-Werkstatt in Uganda unabdingbar, um die vielen körperbehinderten Menschen optimal vor Ort zu versorgen.

Wir haben die Werkstatt auf dem Gelände unseres Kooperationspartners „Vision for Africa“ im Distrikt  Mukono aufgebaut.  Dieses Grundstück eignete sich mit seiner idealen Infrastruktur (Wasser, Strom, Zugangsstraßen etc.) hervorragend für unser Bauprojekt. Zudem liegt Mukono, eine Kleinstadt ca. 30 km südlich von Kampala,  zudem geografisch sehr günstig, um künftig auch ein mobiles Versorgungskonzept aufzubauen.

Seit dem Jahre 2014 planten wir die Prothesen Werkstatt und baten viele Helfer und Sponsoren uns im Rahmen einer sogenannten „Steine-Aktion“ bei der Finanzierung von Steinen zu unterstützen.

1. Fertigung von Prothesen und Orthesen

PRO Uganda e.V. hat die Zielsetzung, in der eigenen Orthopädiewerkstatt in Uganda Prothesen und Orthesen durch Fachkräfte zu fertigen. Bis es soweit ist, wollen wir im Vorfeld schon Menschen durch persönliche Kontakte mit orthopädie-technischen Hilfsmitteln versorgen. Siehe beispielsweise auch Stella unter „News“.

Des Weiteren sucht PRO Uganda e.V. in Deutschland aktiv den Kontakt zu verschiedenen Sanitätshäusern, um kostengünstig sowohl neue als auch bereits gebrauchte Prothesen, Orthesen, Rollstühle, Unterarmgehstützen und andere orthopädische Hilfsmittel zu erwerben.

Orthopaediefacharbeiter

2. Ausbildung von staatlich anerkannten Orthopädietechniker/innen in Uganda

In Uganda gibt es nur wenig Fachpersonal für eine qualifizierte Ausbildung zum Orthopädietechniker / zur Orthopädietechnikerin. Daher ist eine befristete Unterstützung aus Deutschland zum Aufbau einer staatlich anerkannten Berufsausbildungsstätte und einer Fortbildungsakademie, die auch über Uganda hinaus ostafrikanische Orthopädietechniker qualifiziert, notwendig.

Dies ist ein entscheidender Beitrag zum Konzept „Hilfe zur Selbsthilfe“, das PRO Uganda e.V. zur Zielsetzung hat.

Uganda

3. Unterstützung von anderen Orthopädiewerkstätten/Kliniken im Land Uganda

Gemeinsam sind wir stärker! Nach diesem Vorsatz suchen wir Kooperationspartner, im In- und Ausland, welche die Ziele des Vereines ideell, materiell oder finanziell unterstützen. Dabei wollen wir mit unserem Projekt auch anderen Organisationen und Kliniken in Uganda im Bereich der Orthopädietechnik helfen und fördern.

Erstellen-einer-Gipsform-von-Stellas-Beinstumpf

4. Mobile Versorgung der Menschen in Uganda mit Prothesen und Orthesen – langfristige Planung

Uganda hat eine Gesamtfläche von 241000 km² und ist von Seen, Urwäldern und Savannen geprägt. Viele Menschen leben in kleinen Dörfern, in unwegsamen Gebieten, die mit normalen Verkehrsmitteln nicht zu erreichen sind. Körperbehinderte Menschen, die in solchen Regionen wohnen, haben somit noch schlechtere Chancen eine prothetische Versorgung zu erfahren. Deshalb plant PRO Uganda e.V. langfristig zwei geländegängige Fahrzeuge anzuschaffen, die mit Materialien zur prothetischen Versorgung ausgestattet werden sollen.

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